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Die Stadt Mülheim an der Ruhr trägt in Nordrhein-Westfalen einen wenig schmeichelhaften Titel: Mit über 12.000 Euro pro Kopf ist die Kommune der amtierende Schuldenkönig des Bundeslandes. Um das massive Haushaltsloch von geschätzt 70 bis 80 Millionen Euro zu stopfen, sucht die Politik händeringend nach neuen Einnahmequellen. Eine der umstrittensten Ideen zur Haushaltskonsolidierung ist die Einführung einer Pferdesteuer. Wie hoch diese Gebühr an der Ruhr letztendlich ausfallen könnte, ist derzeit noch unklar und Gegenstand eines laufenden Prüfauftrags.
Die Pläne stoßen bei Pferdehaltern und Reitvereinen auf massiven Widerstand. Interessenvertreter warnen vor den sozialen Folgen der Abgabe, da rund die Hälfte der Reiterinnen und Reiter unter 21 Jahre alt ist. Eine zusätzliche Steuer würde unweigerlich die Preise für Reitstunden in die Höhe treiben und den Sport für viele junge Menschen schwer bezahlbar machen. Kritiker geben zudem zu bedenken, dass der bürokratische Aufwand für die Melderegister und das Eintreiben der Gelder die tatsächlichen Steuereinnahmen deutlich schmälern könnte.
Sollte Mülheim die Abgabe tatsächlich einführen, wäre dies ein Novum in NRW. Bundesweit gibt es derzeit nur eine einzige Kommune, die eine solche Steuer dauerhaft erhebt: Die hessische Gemeinde Schlangenbad im Taunus. Dort werden für Pferdehalter aktuell 200 Euro pro Tier und Jahr fällig. Ob sich dieses Modell als Lösung für klamme Kassen auch im Ruhrgebiet durchsetzen wird, bleibt in den kommenden politischen Debatten abzuwarten.
Geschrieben von: redaktion
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