Gesundheit

Warnschüsse für den Pharmastandort Deutschland

today6. Juni 2026 12

Hintergrund
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Die Pharmakonzerne Boehringer Ingelheim und Eli Lilly haben ihre geplanten Investitionen in Deutschland massiv gekürzt oder komplett gestrichen, was die Pharmaexpertin des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Jasmina Kirchhoff, als ernste Warnsignale für den Industriestandort interpretiert. Hauptursache für diese Zurückhaltung ist die mangelnde Planungssicherheit durch das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz. Insbesondere die angedachten dynamisierten Herstellerabschläge sowie die Sorge vor einer Aushöhlung des Schutzes geistigen Eigentums durch neue Rabattverträge machen verlässliche langfristige Kalkulationen für die Unternehmen nahezu unmöglich.

Während Deutschland durch den politischen Sparkurs den Druck auf die Branche erhöht, reagieren andere Staaten mit steigenden Arzneimittelbudgets, was den Wettbewerbsnachteil weiter verschärft. Kirchhoff betont daher die dringende Notwendigkeit, den Zielkonflikt zwischen gesundheitspolitischer Ausgabendämpfung und wirtschaftspolitischer Standortförderung aufzulösen. Da der deutsche Markt als Referenz für internationale Preisgestaltungen dient, besitzen die politischen Weichenstellungen hierzulande eine hohe Signalwirkung mit systemischen Risiken für die globale Wettbewerbsfähigkeit des Pharmastandorts.

Geschrieben von: redaktion

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