Venlo

Beben in Venlo: Steht das Kult-Kaufhaus „2 Brüder“ vor dem endgültigen Aus?

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Hintergrund
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Das traditionsreiche und besonders bei deutschen Kunden beliebte Grenzkaufhaus „2 Brüder von Venlo“ hat offiziell Insolvenz angemeldet, nachdem ein Sanierungsversuch in Eigenverwaltung gescheitert ist. Nun übernimmt ein klassischer Insolvenzverwalter das Ruder, wodurch die Zukunft des Kult-Kaufhauses völlig ungewiss ist. Für Generationen von Besuchern aus dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein war der Einkauf dort ein fester Bestandteil des Wochenendes – vor allem wegen der günstigen Kaffeeangebote, typisch holländischer Spezialitäten wie Vla oder Frikandellen und des besonderen Ausflugsgefühls.

Diese bei Grenzgängern beliebten Märkte standen bereits seit einiger Zeit unter finanziellem Druck. Kunden sollen ausgeblieben sein, unter anderem wegen gestiegener Kaffeepreise und der Einführung des Dosenpfands in den Niederlanden. Medienberichten zufolge beläuft sich der Schuldenstand auf über 8 Millionen Euro. Ein Sanierungsverfahren ist gescheitert, wodurch rund 200 Mitarbeiter von einem möglichen Jobverlust betroffen sind. Wie es für die Angestellten und das markante Gebäude in der Innenstadt weitergeht, ist derzeit unklar. Experten halten drei Szenarien für möglich: den Einstieg eines Investors, der das bewährte Konzept fortführt, die Übernahme und den Umbau durch eine andere Supermarktkette oder das endgültige Aus des Traditionsgeschäfts, was auch für den Tourismus in Venlo ein schwerer Schlag wäre.

Um zu verstehen, wie es jetzt weitergeht, hilft ein spannender Blick auf die juristischen Mechanismen direkt hinter der Grenze. Das niederländische Insolvenzrecht unterscheidet sich nämlich in entscheidenden Punkten vom deutschen Recht. Nach dem endgültigen Scheitern des Sanierungsplans greift nun der klassische Konkurs. Das zuständige Bezirksgericht setzt einen Insolvenzverwalter ein – im Niederländischen ‚Curator‘ genannt. Dieser hat ab sofort die alleinige Macht. Seine gesetzliche Hauptaufgabe ist es nicht zwingend, das Kult-Kaufhaus zu retten, sondern das Vermögen im Sinne der Gläubiger bestmöglich zu verwerten. Trotzdem bleibt der Laden in Venlo erst einmal provisorisch geöffnet. Der Grund ist rein pragmatisch: Ein geschlossener, leerer Laden verliert sofort massiv an Wert, während ein laufender Betrieb mit Umsatz für potenzielle Käufer weitaus attraktiver ist.

Der Eigentümer kündigt bereits an, dass er gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter einen schnellen ‚Doorstart‘ anstrebt – also eine Sanierung durch eine Auffanggesellschaft. Dieses niederländische Verfahren ist oft extrem schnell. Der Inhaber betont: Eine Entscheidung muss zügig fallen, denn es hat keinen Sinn, die Hängepartie über Wochen oder Monate hinzuziehen.

 

 

Geschrieben von: redaktion

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