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Wende im Prozess: Ofarim gesteht Falschaussage und entschuldigt sich

today28. November 2023 1

Hintergrund
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Am Landgericht Leipzig begann am Dienstag der sechste Verhandlungstag im Prozess gegen den jüdischen Musiker Gil Ofarim mit Warten. Nach langen Beratungen gestand Ofarim, gelogen zu haben.

Im Prozess gegen den jüdischen Musiker Gil Ofarim wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung hat der Angeklagte zugegeben, dass die Vorwürfe gegen ihn stimmen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm unter anderem falsche Verdächtigung, Betrug und Verleumdung zur Last gelegt. “Die Vorwürfe treffen zu”, sagte er. Ofarim entschuldigte sich beim Hotelmanager des Westin Hotels in Leipzig, der auch als Nebenkläger auftrat. Ofarim hatte ihm Antisemitismus vorgeworfen. Am Dienstag sagte der Angeklagte: “Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen.” Der Hotelmanager nahm die Entschuldigung an.

Beide Seiten einigten sich offenbar auf einen Vergleich. Zudem soll ein Schmerzensgeld für den von Ofarim falsch beschuldigten Hotelmitarbeiter vereinbart worden sein. Das Verfahren gegen den Sänger wird vorläufig gegen Zahlung von 10.000 Euro eingestellt. Zahlt der Angeklagte die Geldauflage innerhalb des nächsten halben Jahres zugunsten der Jüdischen Gemeinde zu Leipzig und des Trägervereins des Hauses der Wannseekonferenz, “wird das Verfahren endgültig eingestellt”, teilte das Landgericht Leipzig mit.

Und: Durch die Entschuldigung des Angeklagten sei der Hotelmanager zudem wirkungsvoller rehabilitiert worden, als es durch ein Urteil möglich gewesen wäre. In seinem Schlusswort wies der Vorsitzende Richter darauf hin, dass der Angeklagte mit seiner Entschuldigung den guten Ruf des Hotelmanagers wiederhergestellt habe und so seinen eigenen wiedererlangen könne.

Der Hotelmanager als Nebenkläger ist nach Angaben seines Anwalts froh, dass “die Wahrheit ans Licht gebracht werden konnte.” Details zur Höhe des Schadensersatzes nannte Rechtsanwalt Daniel Bäumgärtner am Dienstag im Landgericht nicht: “Wir sind soweit mit dem Abschluss zufrieden und dabei bleibt es auch. Was Besseres hätte uns nicht passieren können.”

Ofarim hatte Anfang Oktober 2021 in einem Instagram-Video schwere Antisemitismusvorwürfe gegen einen Angestellten eines Leipziger Hotels erhoben. Der Hotel-Manager soll den jüdischen Musiker nach Angaben Ofarims aufgefordert haben, seinen Davidstern abzunehmen, erst dann dürfe er einchecken. Er stellte nach dem angeblichen Vorfall ein Video ins Netz, das viral ging. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Leipzig hatte sich der Vorfall so aber nicht zugetragen.

Nach umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft folgte eine Anklage gegen Ofarim selbst. Das Verfahren gegen den Hotelmitarbeiter wurde dagegen eingestellt. Das Video mit den vermeintlichen Vorwürfen habe er nun gelöscht, sagte Ofarim am Dienstag vor Gericht.

Die für den Prozesstag am Dienstag vorgesehenen Zeugenaussagen der Sängerin und Schauspielerin Jeanette Biedermann und des Musikers Gregor Meyle waren vorab auf den 7. Dezember verlegt worden. Gründe dafür hatte der Sprecher des Leipziger Landgerichts nicht genannt. Ursprünglich sollte am Dienstagnachmittag auch der Hoteldirektor des Westin Hotels, der Vorgesetzte des von Ofarim beschuldigten Mitarbeiters, als Zeuge aussagen – was mit dem Geständnis des Angeklagten dann hinfällig wurde.

Geschrieben von: redaktion

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