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Billig-Kaffee-Gigant erobert den Sektor: Cotti Coffee auf dem Vormarsch

today3. März 2026 15 3 5

Hintergrund
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“Ein Espresso für gerade mal 99 Cent mitten in der City? Klingt nach einem Tippfehler, ist aber bei der chinesischen Kette Cotti Coffee Programm. Während die einen auf Koffein-Schnäppchen setzen, bleiben die lokalen Cafés gelassen. Wir haben uns das Ganze mal angeschaut.”

Der Blitzstart aus Fernost

Der chinesische Kaffeeriese Cotti Coffee expandiert rasant und hat in Köln bereits seine dritte Filiale eröffnet. Auch in Berlin, Hamburg und Düsseldorf ist die Kette schon präsent. Die Zahlen sind beeindruckend: Innerhalb von weniger als vier Jahren ist das Unternehmen auf über 18.000 Standorte weltweit gewachsen. Zum Vergleich: Platzhirsch Starbucks liegt bei rund 40.000 – hat dafür aber Jahrzehnte gebraucht.

Effizienz statt Plausch

Das Konzept ist radikal auf Schnelligkeit getrimmt:

  • App-Only: Bestellt und bezahlt wird per Smartphone.

  • Minimaler Kontakt: Wer keine Lust auf Smalltalk hat, ist hier richtig – Interaktion mit dem Personal ist kaum nötig.

  • Kampfpreise: Durch die hohe Automatisierung und minimale Personalkosten lockt Cotti mit Preisen, die die Konkurrenz weit unterbieten.

Die Antwort der lokalen Szene

Doch wie reagiert das Handwerk vor Ort? Alexandra Hörsken, die seit zwölf Jahren das Café Einspänner in der Kölner Innenstadt führt, sieht die Entwicklung entspannt. Für sie ist die Zielgruppe eine völlig andere:

„Bei Cotti Coffee geht es um den schnellen Coffee-to-go. Zu uns kommen die Menschen, um sich zu treffen, zu plauschen und die Atmosphäre bei einem hochwertigen Siebträger-Kaffee zu genießen.“

Auch wenn ihr Espresso mit 2,20 Euro mehr als das Doppelte kostet, macht sie sich keine Sorgen. Auch Kaffeeröster George Hempsch betont: Wer einen schnellen, günstigen Kick sucht und weniger Wert auf die Qualität der Bohne legt, findet dort eine Alternative – das klassische Handwerk setze jedoch weiterhin auf Nachhaltigkeit und Service.

Fazit der Experten

Das Billig-Konzept funktioniert nur über die schiere Masse. Die Margen sind klein, der Gewinn entsteht erst durch extrem hohe Verkaufszahlen in belebten Innenstädten. Ob der „Fast-Food-Kaffee“ das gemütliche Stammcafé langfristig verdrängen kann? Die kommenden Jahre werden es zeigen.

Geschrieben von: Dominik Jozwiak

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