Europa

Ausschreitungen in Genf im Vorfeld des G7-Gipfels

today15. Juni 2026 6

Hintergrund
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In Genf eskalierten am Sonntag friedliche Proteste gegen den bevorstehenden G7-Gipfel im benachbarten französischen Évian, nachdem sich eine Gruppe von einigen Hundert vermummten Personen unter die geschätzt mindestens 20.000 Teilnehmenden gemischt hatte. Während die Mehrheit der Demonstrierenden friedlich blieb, sorgte dieser „Schwarze Block“ am späten Nachmittag und Abend für massive Unruhen. Die Randalierer setzten Fahrzeuge sowie Müllcontainer in Brand, rissen Pflastersteine auf und zerstörten zahlreiche Schaufenster, Bushaltestellen sowie Eingänge von UN-Organisationen, woraufhin die Polizei mehrfach Tränengas einsetzte.

Die „No G7“-Koalition, ein Zusammenschluss aus 60 Organisationen, nutzt den Protest, um die G7 als illegitime Institution zu kritisieren, die Politik zum Nachteil der breiten Bevölkerung betreibt. Ihre Forderungen reichen von der Schließung US-amerikanischer Militärbasen in Europa über soziale Aspekte wie höhere Mindestlöhne bis hin zu gesellschaftspolitischen Themen wie der Streichung des Geschlechts in Ausweisdokumenten. Da Frankreich im Vorfeld des Gipfels keine Proteste duldete, wichen die Organisatoren auf das rund 50 Kilometer entfernte Genf aus.

Um Ausschreitungen zu verhindern – in Erinnerung an das Trauma der schweren Krawalle beim G8-Gipfel im Jahr 2003 – hatte sich die Stadt massiv gewappnet. Mit einem Großaufgebot von rund 7.000 Sicherheitskräften wurden strategische Punkte abgeriegelt und Grenzübergänge stark reduziert. Neben der Bewältigung der Proteste obliegt den Schweizer Sicherheitskräften zudem die Absicherung der anreisenden Staats- und Regierungschefs, da der Genfer Flughafen als Hauptanlaufstelle für die Delegationen dient.

Geschrieben von: redaktion

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