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Endlich ist es so weit: In der Romantik-Komödie „Ein fast perfekter Antrag“ spielen Iris Berben (75) und Heiner Lauterbach (72) zum ersten Mal ein Liebespaar. Dass die Chemie zwischen den Schauspiel-Legenden stimmt, steht außer Frage – doch der Film kämpft mit einer typischen Genre-Schwäche.
Walter (Lauterbach) ist ein eigenwilliger Witwer mit einem Hang zu akribischen Online-Bewertungen. Als er in einem Sushi-Restaurant zufällig seine Jugendliebe Alice (Berben) wiedertrifft, will er die Schmach seines damals missglückten Antrags wiedergutmachen.
Doch Alice ist heute eine unabhängige Kunstprofessorin und wenig begeistert von dem – in ihren Augen – verstockten Egozentriker. Um sie zu beeindrucken, schreibt sich Walter kurzerhand in ihre Vorlesungen an der Uni Regensburg ein.
Trotz der „klugen Choreographie“, von der Berben schwärmt, lässt das Drehbuch von Regisseur Marc Rothemund einige Wünsche offen:
Der Wandel: Walters Entwicklung vom Eigenbrötler zum toleranten Romantiker wirkt oft abrupt und aufgesetzt.
Die Motivation: Es bleibt unklar, was die beiden nach vier Jahrzehnten eigentlich aneinander fasziniert.
Das Tempo: Das Skript hetzt förmlich zum obligatorischen Happy End, ohne den Charakteren Raum zur Entfaltung zu geben.
Abseits der Schwächen punktet der Film mit seiner Einstellung zum Älterwerden. Wilde Sexszenen brauchen beide Darsteller laut eigener Aussage nicht – dafür plädiert Berben für mehr Filme, die zeigen, dass das Bedürfnis nach Liebe und „Gesehenwerden“ keine Altersgrenze kennt.
Ein heimlicher Star stiehlt den Profis zudem fast die Show: Die Stadt Regensburg. Die malerische Altstadt an der Donau dient als frische, unverbrauchte Kulisse und verleiht dem Film den nötigen optischen Zauber.
Unser Fazit: Ein charmanter Feel-Good-Movie für Fans der Hauptdarsteller, der leider etwas zu sehr auf Nummer sicher geht.
Geschrieben von: redaktion
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