Gummersbach

Abschied von einem Wahrzeichen: Waldbröl reißt die alte Markthalle ab

today21. April 2026 11

Hintergrund
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In der oberbergischen Marktstadt Waldbröl bricht eine neue Zeitrechnung an – allerdings nicht ohne den Lärm von schwerem Gerät. Seit dieser Woche rollen die Bagger in der Innenstadt, um der alten Markthalle endgültig den Garaus zu machen. Wo jahrzehntelang gehandelt, gefeiert und gelacht wurde, klafft bald eine Lücke, die Platz für die Vision eines modernen Stadtzentrums schaffen soll.

Das Ende einer Ära

Mit dem Abriss verschwindet ein Gebäude, das für viele Waldbröler weit mehr war als nur Beton und Stahl. Die Markthalle war das Herzstück des traditionellen Vieh- und Krammarktes, der die Stadt weit über die Grenzen des Bergischen Landes hinaus bekannt gemacht hat.

  • Geschichte zum Anfassen: Generationen von Besuchern verbinden mit der Halle den Duft von frischen Waren und das geschäftige Treiben der Markttage.

  • Der Zahn der Zeit: Trotz ihrer emotionalen Bedeutung war die Substanz der Halle seit Jahren marode. Eine Sanierung galt als wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.


Platz für den Neuanfang

Die Stadtverwaltung betont, dass dieser Schritt notwendig ist, um Waldbröl zukunftsfähig aufzustellen. Der Abriss ist Teil eines groß angelegten Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzepts (IEHK). Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität im Stadtkern massiv zu steigern.

Was die Bürger erwartet:

  • Offene Flächen: Anstelle der massiven Halle soll ein freundlicherer, offener Raum entstehen.

  • Moderne Nutzung: Die Planungen sehen eine Mischung aus Grünflächen, verweilstarken Plätzen und einer zeitgemäßen Infrastruktur für den Marktbetrieb vor.

  • Städtebauliche Aufwertung: Die „neue Mitte“ soll die umliegenden Einkaufsstraßen besser vernetzen und die Innenstadt beleben.

„Es schwingt natürlich Wehmut mit, wenn man sieht, wie die Bagger zupacken“, so ein Passant, der die Arbeiten beobachtet. „Aber die Stadt hat den Stillstand satt. Wir brauchen hier frischen Wind.“

Blick in die Zukunft

Während die Schuttaufbereitung läuft, richtet sich der Blick der Planer bereits auf die Gestaltung der Freiflächen. Waldbröl wagt den Neuanfang und setzt darauf, dass der Mut zur Lücke belohnt wird – mit einem Stadtkern, der nicht nur auf Traditionen fußt, sondern auch den Anforderungen der modernen Stadtgesellschaft gerecht wird.

Der Abriss soll in den kommenden Wochen abgeschlossen sein. Bis dahin bleibt der Bereich rund um das Gelände großräumig abgesperrt, während die Stadt ein Stück Geschichte Stück für Stück abträgt.

Geschrieben von: redaktion

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