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„Jeder Depp“ könne Expeditionsberichte machen, sagt Werner Herzog. Sein Film „Ghost Elephants“, gedreht in Angola, ist natürlich viel mehr als das. Nun kann man ihn auch zu Hause schauen.
Werner Herzog gilt als meinungsfreudig – und sein Film „Ghost Elephants“ bildet da keine Ausnahme. Bei der Vorstellung des Streifens auf dem Film Festival Cologne im vergangenen Jahr machte der 83-Jährige deutlich, dass man sein Werk bitte nicht als „Expeditionsbericht“ missverstehen dürfe. Warum? „Den kann jeder Depp machen“, sagte Herzog der Deutschen Presse-Agentur.
Worum es sich bei „Ghost Elephants – Die Geister im Hochland Angolas“ genau handelt, können Zuschauer seit Sonntag (8.3.) von der Couch aus untersuchen. Der Doku-Film ist beim Streaming-Dienst Disney+ abrufbar. Zudem wird er auf dem Sender National Geographic Wild ausgestrahlt (21.00 Uhr).
Herzog zeigt in dem Film einen Biologen auf der Suche nach einer Herde besonderer Elefanten im unwegsamen Hochland von Angola. Der Mann ist fest entschlossen, die Existenz der scheuen Tiere nachzuweisen – weshalb er und ein Kollege sich mit Fährtenlesern zusammentun.
Jenseits des Inhalts besteht der Charme unübersehbar in der einzigartigen Weise, mit der Herzog alle seine Filme erzählt. Er ist nicht nur Regisseur, sondern auch Sprecher und Drehbuchautor. Und lässt im Subtext die großen Fragen der Menschheit mitlaufen. Und das ist etwas, was natürlich – um seine eigenen Worte aufzugreifen – eben nicht jeder Depp kann.
Werner Herzog, das Popkultur-Phänomen
Wer „Ghost Elephants – Die Geister im Hochland Angolas“ sieht, rätselt unweigerlich ab einem bestimmten Punkt, wie sinnvoll es ist, einem Traum nachzujagen. „Das ist so eine der unterschwelligen Fragen, die den Film durchzieht“, sagte auch Herzog. Das gebe ihm Tiefgang. Wie viele seiner Filme, ist das Werk eine Erkundung von Träumen, von Fantasie.
Herzog, der 1942 in München geboren wurde, zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Filmemachern. Bekannt wurde er für seine stetige Suche nach starken Persönlichkeiten, außergewöhnlichen Geschichten.
Mit Klaus Kinski drehte er in den 70er und 80er Jahren unter schwierigsten und gefährlichen Bedingungen im südamerikanischen Dschungel. Das amerikanische „Time“-Magazin wählte Herzog 2009 unter die 100 einflussreichsten Personen der Welt.
Überdies ist der 83-Jährige aber auch ein popkulturelles Phänomen geworden. Sein Instagram-Kanal hat mittlerweile fast 900.000 Follower. Auch in den ganz jungen Generationen gilt Herzog als Star. Erst kürzlich lösten Aufnahmen aus seiner Dokumentation „Begegnungen am Ende der Welt“ von 2007 einen internationalen Social-Media-Hype aus.
Zu sehen war darin ein Pinguin, der entgegen aller Vernunft allein in Richtung weit entfernter Berge watschelt. Herzog erklärte, die Szene habe die „Faszination und Vorstellungskraft“ vieler Menschen eingefangen.
Geschrieben von: redaktion
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