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Presseklub: Warum es in Frankreich wirklich eskalierte Micky Beisenherz & Studio Bummens
Zyankali, Arsen, Rizin – Gift steckt in vielen Pflanzen und Tieren. Manche Toxine sind für den Menschen sogar lebensgefährlich. Einige der tödlichsten stellen wir Ihnen vor.
Ein Donnerstag im September 1978. Auf dem Weg zur Arbeit spaziert Georgi Markow in London über die Waterloo Bridge. An einer Bushaltestelle wird der Journalist angerempelt. Am selben Abend landet der 49-Jährige in der Notaufnahme, vier Tage später ist er tot. Noch bevor er das Bewusstsein verliert, ist er sich sicher, dass Agenten des sowjetischen Geheimdienst ihn vergiftet haben.
„Er seufzte und lachte und sagte: Ich bin vom KGB vergiftet worden und werde sterben, da können Sie nichts mehr tun“, erinnert sich der Arzt Markows Jahrzehnte später in der Dokumentation „Zum Schweigen gebracht“. Bevor Markow an den Folgen der Vergiftung starb, erzählte er noch von dem Fremden mit dem Regenschirm, mit dem er zusammengestoßen war und berichtete von einem Stich im Bein.
Georgi Markow war kein gewöhnlicher Passant. Der Schriftsteller und Dissident war in seiner ehemaligen Heimat Bulgarien mächtigen Menschen auf die Füße getreten. Auch später als Journalist in London hatte er vehement das kommunistische Regime in Sofia und vor allem den Staatschef Todor Schiwkow angeprangert. Der 7. September, der Tag des Attentats, war auch der Geburtstag Schwikows.
Die Obduktion sollte später zeigen, dass Markow tatsächlich Opfer eines Anschlags geworden war. In seinem Bein wurde ein winziges Platinkügelchen mit nicht einmal zwei Millimetern Durchmesser gefunden, darin Spuren des hochtoxischen Pflanzengifts Rizin. Injiziert wurde dem Journalisten das Gift wahrscheinlich über die Spitze des Regenschirms. Der Fall ging als Regenschirm-Attentat in die Kriminalgeschichte ein.
Rizin gehört zu den tödlichsten Giften der Welt – aber es ist längst nicht das einzige. In der Fotostrecke stellen wir zehn natürlich vorkommende und zwei menschengemachte Toxine vor, die man kennen und meiden sollte.
Geschrieben von: redaktion
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