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Wie weiter nach dem Schock? (Presseklub Spezial) Micky Beisenherz & Studio Bummens
Es ist eine kleine Sensation, die sich da ganz leise durch das Unterholz schleicht – und zwar direkt vor den Toren von Bonn. Im Ennert, nordöstlich der Stadt, ist die europäische Wildkatze zurück. Forscher vom BUND haben sie dort jetzt mit Wildtierkameras zweifelsfrei nachgewiesen.
Das ist ein echter Lichtblick für den Artenschutz in NRW. Vor 30 Jahren gab es bei uns gerade noch 200 dieser scheuen Jäger, fast alle versteckt in der Eifel. Heute schätzt man die Zahl auf über tausend Tiere. Die Wildkatze erobert sich ihre alte Heimat im Süden von NRW Stück für Stück zurück.
Aber warum läuft es für die Wildkatze gerade so gut? Ein Grund ist, dass unsere Wälder wieder „unordentlicher“ werden dürfen. Umgefallene Bäume bleiben öfter liegen. Das ist das perfekte Versteck für den Nachwuchs, der genau jetzt, im April, zur Welt kommt. Aber genau hier liegt auch eine Gefahr. Und zwar die Verwechslungsgefahr. Wildkatzen-Babys sehen unseren Hauskatzen nämlich extrem ähnlich. Artenschützer wie Christine Thiel-Bender warnen deshalb eindringlich: Wer im Wald ein einsames Katzenjunges findet – bitte nicht einfach mitnehmen! Echte Wildkatzen lassen sich nur extrem schwer wieder auswildern. Wenn das Kleine nicht lautstark um Hilfe miaut, ist die Mutter meistens ganz in der Nähe auf Mäusejagd.
Sogar die Forstwirtschaft hilft mit: Im Ennert ist Förster Jens Merzbach mit Hündin „Hexe“ unterwegs. Sie verteilt Hundeduft an Holzstapeln am Wegesrand. Das klingt erst mal komisch, ist aber clevere Prävention: Der Geruch schreckt die Katzenmütter ab, ihre Jungen ausgerechnet dort abzulegen, wo bald der Lastwagen kommt. Stattdessen baut der Förster ihnen tiefer im Wald sichere Kinderstuben. Ein echtes Teamplay für eine der scheuesten Bewohnerinnen unserer Wälder.
Geschrieben von: Yanyu Zheng
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