Mönchengladbach

Viersener Beamter gesteht Veruntreuung von einer halben Million Euro

today28. April 2026

Hintergrund
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Ein schwerer Fall von Korruption und Untreue erschüttert den Kreis Viersen. Zum Prozessauftakt am Dienstag hat ein langjähriger Beamter vor dem Landgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Vorwürfe wiegen schwer: Der Mann soll über einen längeren Zeitraum hinweg insgesamt rund 500.000 Euro an Steuergeldern unterschlagen haben – mit einer Dreistigkeit, die die Ermittler fassungslos macht.

Die Masche des Angeklagten war ebenso simpel wie effektiv: Unter dem Deckmantel fiktiver Unternehmen reichte er wiederholt Anträge für Fördergelder ein. Da er in seiner Position innerhalb der Verwaltung selbst für die Prüfung und Freigabe dieser Mittel zuständig war, konnte er die Anträge ohne fremde Kontrolle bewilligen und die Auszahlungen auf Konten umleiten, die ihm oder Strohleuten zuzuordnen waren. Dieses System der Selbstbedienung funktionierte offenbar über Jahre hinweg, ohne dass die internen Kontrollmechanismen der Behörde Alarm schlugen.

Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte nun geständig. Sein Anwalt erklärte, der Beamte wolle durch das frühe Geständnis zu einer schnellen Aufklärung beitragen und Verantwortung übernehmen. Als Motiv wurden im Umfeld des Prozesses finanzielle Engpässe und eine schleichende Entfremdung von den beruflichen Pflichten angeführt.

Für den Kreis Viersen ist der Fall ein massiver Imageschaden. Während die Verwaltung nun unter Hochdruck daran arbeitet, ihre Revisionsabläufe zu verschärfen, um derartige Doppelrollen aus Antragsteller und Prüfer künftig unmöglich zu machen, droht dem Beamten eine langjährige Haftstrafe. Neben den strafrechtlichen Konsequenzen wird der Mann zudem mit disziplinarrechtlichen Folgen bis hin zum Verlust seiner Pensionsansprüche sowie zivilrechtlichen Rückforderungen rechnen müssen. Das Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet.

Geschrieben von: redaktion

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