Herne

Wahrzeichen in neuem Glanz: Cranger Tor erfolgreich saniert

today6. Mai 2026 10

Hintergrund
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Pünktlich zum Start in die neue Kirmessaison strahlt eines der bekanntesten Symbole Hernes wieder wie neu: Am heutigen Mittwoch, den 6. Mai 2026, stellten die Veranstalter der Cranger Kirmes das frisch sanierte Cranger Tor der Öffentlichkeit vor.

Nachdem oberflächliche Schäden eine Instandsetzung unumgänglich machten, um die wertvolle Bausubstanz langfristig zu schützen, wurde das Tor Ende April umfassend saniert. Das Cranger Tor ist weit mehr als nur ein bauliches Element; als markanter Haupteingang zum Kirmesplatz ist es ein unverzichtbares Wahrzeichen und – neben der gegenüberliegenden Fritz-Statue – das wohl beliebteste Fotomotiv für Kirmesbesucher.

Für viele gehört das Ritual dazu: Erst dem Kirmesmaskottchen Fritz die Hand auf die Schulter legen, dann ein Selfie mit dem Tor im Hintergrund. Nach dem obligatorischen Besuch am Souvenir- und Infostand, dem Anstecken des neuen Fritz-Pins und dem Verzehr einer sauren Gurke kann der Kirmesrundgang offiziell beginnen.

Von der Schenkung zum Kunstwerk: Die Geschichte

Die Geschichte des Tores reicht zurück in das Jahr 1978. Am 2. August wurde das erste Cranger Tor als Geschenk des Schaustellers Ludwig Kallenkoot eingeweiht. Zum 20-jährigen Jubiläum seines Riesenrads auf Crange stiftete er der Stadt dieses Portal.

„Das großzügige Geschenk zeigt, wie identitätsstiftend ein solches Tor für die Schaustellerinnen und Schausteller sein kann“, betont Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla.

Ab 1990 erhielt das damals noch schlichte Tor durch die Kunstschmiedearbeiten der Firma Costaras sein heutiges, detailreiches Gesicht. Rankenornamente, Blumen, Drachen als Fahnenhalter und sogar zwei Vogelnester zieren die Konstruktion. Auch das Pferd aus dem Stadtwappen findet sich mehrfach wieder. Diese Details machen das Tor zu einem einzigartigen Zeugnis lokaler Handwerkskunst und Kirmestradition.Nachdem ein LKW das Vorgängertor im Jahr 2010 schwer beschädigt hatte, wurde am 8. Juni 2011 die heutige, deutlich stabilere Konstruktion errichtet. Mit einem Gewicht von 4,5 Tonnen, rund 1.700 Schrauben und einer Durchfahrtshöhe von fünf Metern ist es für die Ewigkeit gebaut. Die historischen Verzierungen der Firma Costaras wurden dabei als verbindendes Element übernommen.

Die aktuelle Sanierung war ein Präzisionsprojekt. Eduard Belker, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Ordnung, berichtete von den aufwendigen Arbeiten durch den Herner Malerbetrieb Boginski.

Besucher werden in diesem Jahr eine besondere Zahl am Tor entdecken. Seit 2019 orientiert sich die Zählung der Kirmesjahre an der urkundlichen Erwähnung der Freiheit Crange im Jahr 1484. Damit verabschiedete man sich von der willkürlichen Zählweise aus der Zeit des Nationalsozialismus. In diesem Sommer wird daher stolz die Zahl 542 am Cranger Tor prangen – das traditionelle Umhängen der Ziffern erfolgt wie gewohnt kurz vor Kirmesbeginn während der Aufbauphase.


Geschrieben von: redaktion

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