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Der Düsseldorfer Satiriker und Karnevalswagenbauer Jacques Tilly steht in Moskau vor einem Revisionsprozess, nachdem er dort im April in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Die russische Justiz wirft ihm die Verletzung religiöser Gefühle, die Verbreitung von Falschnachrichten über die Armee sowie die Verunglimpfung von Staatsorganen vor. Konkreter Auslöser ist unter anderem ein Mottowagen von 2024, der Kremlchef Putin und den Patriarchen Kirill in einer intimen Szene darstellt, sowie Tillys öffentliche Kritik am Ukraine-Krieg. Wer die Revision beantragt hat, ist unklar; Tilly selbst hat keinen Kontakt zum Moskauer Gericht oder zu seiner Pflichtverteidigerin.
Während der Künstler das Verfahren gelassen nimmt und als Berufsrisiko verbucht, kritisierte die Bundesregierung das Urteil scharf als „absurdes Schauspiel“ und als Angriff auf die weltweite Meinungs- und Kunstfreiheit. Eine Auslieferung aus Deutschland muss Tilly zwar nicht befürchten, bei Auslandsreisen in Länder mit Auslieferungsabkommen nach Russland könnte ihm im Falle einer Interpol-Fahndung jedoch eine Festnahme drohen.
Geschrieben von: redaktion
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