Wirtschaft

Aus für Depot-Filialen: Bitterer Schlag für Innenstädte und Beschäftigte

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Hintergrund
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Die Hiobsbotschaft für den lokalen Einzelhandel ist besiegelt: Die insolvente Betreibergesellschaft der Deko- und Einrichtungskette Depot stellt ihren regulären Geschäftsbetrieb zum 30. September ein. Weil die finanziellen Mittel zur Deckung der laufenden Kosten nicht mehr ausreichen – im Fachjargon Masseunzulänglichkeit genannt –, hat das Unternehmen bundesweit alle Mietverträge und sämtliche Arbeitsverhältnisse der verbliebenen rund 730 Beschäftigten gekündigt.

Damit verliert auch unser Sendegebiet einen jahrelangen Fixpunkt in den Fußgängerzonen und Einkaufszentren.

Neue Leerstände in ohnehin strapazierten Innenstädten

Für die Innenstädte zwischen Witten, Hattingen, Schwelm und den angrenzenden Zentren wie Hagen, Wuppertal, Bochum und Dortmund reißt das Aus von Depot eine empfindliche Lücke. Während in den vergangenen Monaten im Zuge des Sanierungsverfahrens bereits erste Filialen in der Umgebung schließen mussten, stehen nun auch die verbliebenen Standorte vor dem endgültigen Aus.

Depot belegte traditionell markante, großflächige Ladenlokale in zentraler Lage. Für die Kommunen im Ennepe-Finanz- und Ruhrgebiet bedeutet der Rückzug:

  • Zusätzlicher Leerstand: Großflächige Ladenlokale in Fußgängerzonen und Centern lassen sich im aktuellen Marktumfeld nur schwer und mit erheblichem Vorlauf nachnutzen.

  • Verlust von Passantenfrequenz: Als beliebte Anlaufstelle für Deko-, Geschenk- und Saisonartikel zog die Kette Kundschaft an, von der auch umliegende Gastronomie- und Einzelhandelsbetriebe profitierten.

  • Ungewissheit für Beschäftigte: Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Filialen der Region bedeutet die Kündigungswelle das abrupte Ende monatelanger Hoffnung auf eine Sanierung.

Markenname bleibt wohl nur im Supermarkt-Regal

Ganz verschwinden wird der Name Depot voraussichtlich nicht: Unternehmensinhaber Christian Gries plant, die Marke über eine Auffanggesellschaft fortzuführen. Allerdings wird sich das Geschäftsmodell radikal wandeln. Eigene Flagship-Stores und große Filialen gehören der Vergangenheit an – stattdessen soll Depot künftig primär als kleineres Shop-in-Shop-Angebot auf Regalflächen in großen Supermärkten wie REWE oder Edeka zu finden sein.

Für das Stadtbild und das Einkaufserlebnis vor Ort an Rhein und Ruhr markiert die Kündigung aller Verträge dennoch das definitive Ende einer Ära im stationären Facheinzelhandel.

Geschrieben von: redaktion

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