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Wer in den letzten Tagen versucht hat, online ein Ticket bei der Deutschen Bahn zu buchen, brauchte starke Nerven. Eine großangelegte Cyberattacke legte die Webseite und die App „DB-Navigator“ lahm. Doch der Fall der Bahn ist nur die Spitze des Eisbergs. Eine neue Studie zeigt jetzt: Hackerangriffe gehören für die deutsche Wirtschaft inzwischen zum gefährlichen Alltag.
Wenn bei der Deutschen Bahn nichts mehr geht, merken es Millionen Pendler sofort. Doch hinter den Kulissen kämpfen weit mehr Unternehmen mit digitalen Angreifern, als bisher bekannt war. Eine aktuelle Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim belegt: Im vergangenen Jahr wurde etwa jedes siebte Unternehmen in der Informationswirtschaft Opfer von Cyberschäden. In der Industrie traf es jede achte Firma.
Besonders im Visier der Hacker: Die „Großen“. Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern meldeten deutlich häufiger Schäden – hier war fast jeder fünfte Betrieb betroffen. Studienleiter Daniel Erdsiek warnt, dass reibungslose IT-Systeme heute die Lebensader der Wirtschaft sind. Fällt die IT aus, steht das Band still.
Und genau das ist die häufigste Folge: Der totale Stillstand. Rund neun Prozent der Dienstleister und sieben Prozent der Industriebetriebe berichteten von massiven Betriebsunterbrechungen. Zwar stehen oft Lösegeldforderungen oder der Diebstahl sensibler Daten in den Schlagzeilen, doch der größte wirtschaftliche Schaden entsteht meist schlicht dadurch, dass stunden- oder tagelang nicht gearbeitet werden kann.
Für die Deutsche Bahn ist der aktuelle Angriff ein Weckruf. Für viele andere Unternehmen in Deutschland ist es laut der ZEW-Studie längst bittere Realität: Die Frage ist heute nicht mehr, ob man angegriffen wird, sondern wann.
Geschrieben von: redaktion
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