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Griech und Frieden (mit Markus Feldenkirchen) Micky Beisenherz & Studio Bummens
Mit großer Promotrommel kehrte Stefan Raab im Herbst 2024 nach fast zehn Jahren TV-Pause auf die Bildschirme zurück. Ein Fünfjahresvertrag mit RTL sollte das große Entertainment-Zeitalter einläuten. Doch nach mehreren verhalten aufgenommenen Sendungen räumt RTL-Chef Stephan Schmitter nun offen Fehler in der Strategie ein und kündigt einen deutlichen Kurswechsel an.
Unter dem Motto „Zu schnell, zu viel“ benennt Schmitter die Fehleinschätzungen im Konzept. Im Interview mit der Tageszeitung Der Standard zieht der Senderchef eine selbstkritische Bilanz zum Start der Zusammenarbeit. Nach der Vertragsunterzeichnung sei der Sender viel zu schnell auf Sendung gegangen, ohne den Formaten ausreichend Reifezeit zu geben. Als Paradebeispiel für eine Fehlentscheidung nannte Schmitter die mittwochs ausgestrahlte Live-Show „Du gewinnst hier nicht die Million“. Die Mischung aus Comedy-Late-Night und Quiz funktionierte beim Publikum nicht; nach rund 30 Folgen wurde die Show wegen schwacher Quoten eingestellt. Auch Formate wie „Die Unzerquizbaren“ blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zu viele neue Experimente auf einmal hätten die Erwartungshaltung der Zuschauer unnötig hochgeschraubt. Schmitter erklärt dazu, dies sei ein uralter Fehler beim Fernsehen: Hybride Sendungen hätten noch nie funktioniert, und wenn man die Leute nach dem Motto „Wir brauchen neue Sachen“ in andere Situationen bringe, scheitere man. Daraus habe man nun viel gelernt.
Das Fazit lautet daher: Zurück zu den Wurzeln und zu dem, was die Zuschauer von Raab sehen wollen. Aus den Quoten-Fehlschlägen zieht RTL nun deutliche Konsequenzen. Statt krampfhaft nach neuartigen Showformaten zu suchen, soll Raab künftig wieder in den Rollen zu sehen sein, die ihn bekannt gemacht haben. Der künftige Fokus bei RTL setzt beim Erfolgsfaktor Action und Wettkampf auf spektakuläre Events wie die Jetski-WM oder Auftritte im Eiskanal. Im Bereich der klassischen Unterhaltung stehen bewährte Show-Konzepte wie „Wer weiß wie wann was war?“ mit Barbara Schöneberger im Mittelpunkt. Allgemein setzt man auf den Fokus auf eigene Stärken und vertraute Herausforderungen statt schwer greifbarer Experimente.
Das offene Eingeständnis zeigt einen klaren Wandel in der Kommunikation des Senders: Hatte man zu Beginn noch argumentiert, dass lineare Quoten im Streaming-Zeitalter nicht mehr alles bedeuteten, setzt RTL nun auf eine spürbare Kurskorrektur, um das Potenzial des Millionendeals für die verbleibende Vertragslaufzeit voll auszuschöpfen.
Geschrieben von: redaktion
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