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Griech und Frieden (mit Markus Feldenkirchen) Micky Beisenherz & Studio Bummens
Dass TV-Zuschauer beim Streamingdienst Joyn, der zum ProSiebenSat.1-Konzern gehört, auf vertraute RTLZWEI-Marken wie „Krass Schule – Die jungen Lehrer“ treffen, wirkt im hart umkämpften deutschen Medienmarkt zunächst ungewöhnlich. Schließlich gehört RTLZWEI mehrheitlich zur RTL Group und nutzt primär das hauseigene RTL+ als digitale Anlaufstelle. Hinter dieser plattformübergreifenden Verfügbarkeit steckt jedoch eine gezielte Verwertungs- und Rechtearchitektur.
Der Schlüssel dazu liegt in den Produktionsstrukturen: Das Erfolgsformat „Krass Schule“, „Hilf mir! Jung, verzweifelt, pleite“ oder „Südklinik am Ring“ wurde von RedSeven Entertainment produziert – einer Tochtergesellschaft von ProSiebenSat.1. Während RTLZWEI die Erstausstrahlungsrechte hielt, verblieben wesentliche Zweitverwertungsrechte bei der Produktionsfirma selbst. Dadurch kann ProSiebenSat.1 ältere Katalogstaffeln und Archivfolgen auf der eigenen Plattform Joyn bereitstellen. Ähnliches gilt für verwandte Web- und Jugendformate wie „Krass Klassenfahrt“ oder Ableger aus dem erweiterten Soap-Umfeld wie „Schwestern – Volle Dosis Liebe“, die als Lizenz-Content im Katalog von Joyn geführt werden.
Diese Trennung zwischen Erstausstrahlung und Archivnutzung prägt das heutige Streaming-Geschäft. Während tagesaktuelle Folgen sowie exklusive Flaggschiff-Sendungen wie „Berlin – Tag & Nacht“, „Köln 50667“ oder „Kampf der Realitystars“ weiterhin exklusiv bei RTL+ zu sehen sind, nutzen Produzenten und Plattformen ältere Staffeln, um die eigene Reichweite zu maximieren und Archiven auf Drittplattformen wie Joyn ein zweites Leben zu schenken.
Geschrieben von: redaktion
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