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Die dramatische Verschlechterung des Gesundheitszustands von Kronprinzessin Mette-Marit hat das juristische Tauziehen um ihren inhaftierten Sohn Marius Borg Høiby drastisch verschärft. Da die Kronprinzessin an einer schweren Lungenkrankheit leidet, mittlerweile auf einer Transplantationsliste steht und ihr ohne Spenderorgan laut Ärzten nur noch ein Jahr zu leben bleibt, versucht Høiby vehement, seine Entlassung aus der Untersuchungshaft zu erwirken. Der 29-Jährige, der sich wegen des Vorwurfs der mehrfachen Vergewaltigung und des Verstoßes gegen eine einstweilige Verfügung vor Gericht verantworten muss, will die verbleibende Zeit in der Nähe seiner Mutter auf Gut Skaugum verbringen.
Nachdem das Bezirksgericht Oslo ihm nach mehr als vier Monaten Haft einen kurzen Freigang für ein medizinisches Informationsgespräch gewährt hatte, folgte nach einem emotionalen Auftritt des Angeklagten sogar die Zusage für eine vollständige Haftentlassung. Das Gericht begründete dies mit der extremen psychischen Belastung für Mutter und Sohn. Dieser juristische Erfolg war jedoch nur von kurzer Dauer: Die Staatsanwaltschaft legte sofort Einspruch ein, und das übergeordnete Berufungsgericht gab der Anklage recht. Die Richter entschieden, dass bei Høiby weiterhin eine zu hohe Wiederholungsgefahr bestehe und andere Häftlinge mit kranken Angehörigen nicht anders behandelt werden dürften.
Damit reiht sich der aktuelle Vorfall in eine lange Liste gescheiterter Befreiungsversuche ein. Bereits während des Prozesses im Frühjahr sowie im Mai versuchten Høibys Anwälte erfolglos, ihn – unter anderem mit dem Vorschlag eines Hausarrests inklusive Fußfessel auf dem königlichen Gut – aus der Zelle zu holen. Høiby selbst beklagte die Bedingungen der Isolation und ging nach wiederholten Absagen über alle Instanzen hinweg sogar mit einem Gastbeitrag an die Öffentlichkeit, um den Richtern Voreingenommenheit vorzuwerfen. Trotz der anhaltenden Rückschläge lässt der Sohn der Kronprinzessin nicht locker: Unmittelbar nach der Nachricht über die drohende Lungentransplantation seiner Mutter reichte er den nächsten Antrag auf Freilassung ein, über den die norwegische Justiz nun erneut entscheiden muss.
Geschrieben von: redaktion
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