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Es sind die Risse im Smalltalk, die Jim Jarmusch interessieren. In seinem neuen Film „Father Mother Sister Brother“ schaut die US-Kultregie-Ikone genau dorthin, wo Familien zwar miteinander reden, sich aber eigentlich nichts zu sagen haben.
In drei Städten – New Jersey, Dublin und Paris – begegnen wir entfremdeten Eltern und Kindern. Da ist der vermeintlich arme Vater, gespielt von Tom Waits, der seinen Reichtum vor den Kindern unter Decken versteckt. Oder die kühle Schriftsteller-Mutter Charlotte Rampling, deren Töchter – verkörpert von den Weltstars Cate Blanchett und Vicky Krieps – beim Afternoon Tea sichtlich unter Hochspannung stehen.
Jarmusch fängt das mit seinem typischen lakonischen Humor ein: Es geht um gefälschte Rolex-Uhren, verpasste Sätze und eine Tragikomik, die viele Zuschauer aus dem eigenen Wohnzimmer kennen dürften. In Venedig gab es dafür den Goldenen Löwen – wohl auch als Verbeugung vor Jarmuschs Lebenswerk.
Das Fazit: Ein extrem stylischer, starbesetzter Film für Genießer der leisen Töne. Aber Vorsicht: Jarmusch ist hier so unaufgeregt, dass die Stille manchmal fast ins Langatmige kippt. Wer Action sucht, ist hier falsch – wer die Kunst der Pause liebt, wird diesen Film feiern.
Geschrieben von: redaktion
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