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Es ist eine strategische Kehrtwende mit Ansage: Die Deutsche Bahn plant, ihre junge und bisher recht eigenständige Tochtergesellschaft Regionalverkehr Start Deutschland GmbH (kurz: start) bis August 2026 vollständig in die DB Regio AG zu integrieren. Was einst als „behendes Schnellboot“ gedacht war, um im harten Wettbewerb gegen private Konkurrenten wie National Express oder Eurobahn zu bestehen, kehrt nun in den sicheren Hafen des Mutterkonzerns zurück.
Die 2016 gegründete Tochter start sollte schlanker, digitaler und kostengünstiger agieren als der oft als schwerfällig kritisierte DB-Konzern. Mit Erfolg: Das Unternehmen sicherte sich wichtige Netze, darunter das Maas-Wupper-Netz (RE13) in NRW und verschiedene Linien in Norddeutschland.
Branchenexperten sehen in der nun geplanten Reintegration vor allem zwei Gründe:
Synergieeffekte: Die parallele Verwaltung von Personal, Fahrzeugflotten und Instandhaltung ist teuer.
Stärkung der Kernmarke: In Zeiten von Personalmangel und Sparzwängen will die DB ihre Kräfte bündeln, anstatt sich in Untergesellschaften zu verzetteln.
Während die internen Strukturen gestrafft werden, gibt es für Fahrgäste im Westen schlechte Nachrichten. Die lang ersehnte, umsteigefreie Verbindung von Hamm über Düsseldorf und Mönchengladbach bis nach Eindhoven (Niederlande) rückt in weitere Ferne. Eigentlich sollte der Maas-Wupper-Express (RE 13) bereits ab 2025/2026 durchgehend rollen. Doch das Projekt ist ins Stocken geraten.
Die Probleme sind vielschichtig und typisch für grenzüberschreitende Schienenprojekte:
Fahrzeugzulassung: Die für die Strecke vorgesehenen Mehrsystem-Züge vom Typ Stadler Flirt XL müssen sowohl für das deutsche als auch für das niederländische Strom- und Sicherungssystem zertifiziert werden. Dieser Prozess ist bürokratisch extrem aufwendig.
Infrastruktur-Engpässe: Auf niederländischer Seite sind noch Anpassungen an den Bahnsteigen und der Signaltechnik notwendig, um den deutschen Takt aufzunehmen.
Betreiberwechsel-Komplexität: Da die Linie aktuell noch unter der Flagge von start läuft, die Integration in DB Regio aber bevorsteht, müssen Zuständigkeiten und Personalplanungen neu geordnet werden.
Vorerst bleibt alles beim Alten: Reisende Richtung Eindhoven müssen weiterhin in Venlo umsteigen. Die direkte Verbindung wird nach aktuellem Stand wohl erst mit deutlicher Verzögerung – Experten rechnen mit Sommer 2027 – voll einsatzfähig sein.
Fazit: Die Deutsche Bahn räumt intern auf. Die Verschmelzung von start und DB Regio soll die Effizienz steigern. Doch für die Kunden am Niederrhein bleibt ein bitterer Beigeschmack: Die europäische Vernetzung auf der Schiene scheitert vorerst weiterhin an technischen und bürokratischen Hürden.
Geschrieben von: redaktion
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