„Wir hatten elf Tage lang eine sehr schöne und familiäre Atmosphäre inklusive Urlaubsfeeling mit einem guten Besuch.“ So bewerteten am Sonntagmittag (16. August) die Veranstalter die Cranger Kirmes 2026. Knapp zwölf Stunden vor dem Ende des größten Volksfestes in NRW sagte Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla: „Es war ein fröhliches und friedliches Volksfest. Kommen heute noch einmal über 400.000 Besucher, liegen wir in der Ge-samtbesucherzahl nach elf Kirmestagen bei etwa 3,9 Mio. Besucherinnen und Besucher.“ Das für Sonntagabend geplante Höhenfeuerwerk zum Abschluss der Kirmes wurde gegen 14 Uhr wegen der anhaltenden Trockenheit und der damit einhergehenden Brandgefahr abgesagt.
Dass das Volksfest am Rhein-Herne-Kanal ein Zuschauermagnet ist und bleibt, zeigten vor allem die letzten beiden Tage. Die extreme Hitze am Donnerstag und Freitag sorgte zwar für eine „kleine Delle und einen Umsatzeinbruch vor allem bei den Imbissbetrieben“, so Patrick Arens, Präsident des Bundesverbandes für Schausteller und Marktkaufleute, aber der Samstag mit einer halben Million Gäste und auch der sehr gut besuchte Sonntag entschädigten die Schausteller. Frank Burbullas besonderer Dank ging am Sonntag noch einmal an die Anwohnenden, die „sehr viel Verständnis aufbringen und ihre Kirmes einfach mitfeiern“. Dem Kirmesdezernenten besonders in Erinnerung bleiben diese Kirmesmomente: „Die stehenden Ovationen für unsere Feuerwehr beim Ehrenamtsabend im Festzelt, ei-ne sehr bewegende Solidarisierung, die fitten Besucherinnen und Besucher beim Seniorennachmittag sowie das neue Konzept des Pferdemarktes.“ Auch die Sonnenfinsternis habe ihn beeindruckt: „Da-mit schloss sich sogar der Mond von Wanne-Eickel unserem galaktischen Motto an“, schmunzelte Frank Burbulla.
Kirmesbeginn an den Wochentagen um 14 Uhr?
Für die Cranger Kirmes vom 5. bis zum 15. August 2027 kündigte er eine „intensive Prüfung des Kirmesbeginns an den Wochentagen“ an. „Wir stehen im engen Austausch mit den Schaustellern, den Kirmesstart von montags bis donnerstags auf 14 Uhr zu verschieben.“ Dies sei, so der Dezernent, so-wohl der Mittagshitze als auch dem Arbeitsschutz geschuldet. Ebenfalls neu im kommenden Jahr, aber noch nicht sicher, ist eine engere Kooperation mit der Rheinkirmes in Düsseldorf: „Unser OB steht im Austausch mit seinem Düsseldorfer Amtskollegen. Eventuell bereichert wieder ein Mottowagen von Jaques Tilly unseren Kirmesumzug“, so Frank Burbulla.

Wasserduschen und Sprühnebel
Überhaupt keine organisatorischen Probleme in den elf Tagen sah Kirmes-Chef Eduard Belker, in Herne Leiter des Fachbereichs Öffentliche Ordnung. Bei den 51 Fahrgeschäften wollte er keine Hitliste aufstellen, sagte aber, dass „unsere Neuheiten gut angenommen wurden“. Er bedankte sich bei den Schaustellern die sich vehement gegen die Hitze gestemmt hätten, „auch mit Wasserduschen und Sprühnebel für die Besucher“.
Polizei: Einsatzzahlen „mehr als überschaubar“
Polizei, Feuerwehr und DRK schrieben am Sonntagmittag eine überaus positive Schlussrechnung. Insgesamt kam es bis Sonntagmittag um 12 Uhr zu 140 Polizeieinsätzen – „das ist für die bisherigen zehn Tage mit ca. 3,5 Millionen Besuchern mehr als überschaubar“, so Andreas Derks, Polizeiführer auf der Cranger Kirmes. Auch die Verkehrslage rund um den Kirmesplatz sei, so der Erste Polizeihauptkommissar, extrem entspannt gewesen: „Wir mussten bis jetzt, also Sonntagmittag, für die Verkehrslenkung keine einzige Straße sperren.“
Die Feuerwehr fuhr an den bisherigen zehn Tagen 32 Rettungseinsätze und musste 28-mal Erste Hilfe leisten. Dr. Christian Märkert, Chef der Berufsfeuerwehr Herne, lobte in diesem Zusammenhang die Ehrenamtlichen des DRK, die uns „vor allem bei der Erstversorgung unterstützen.“ Benedikt Harting, Wachleiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), bilanzierte ca. 600 Einsätze, zumeist bei Kreislauf-schwäche, und sprach von „einer entspannten Kirmes“.
„Extremes Wetter schadet uns immer“
Die erfreulichen Bilanzen des Veranstalters und der Hilfskräfte wollten auch die Schausteller nicht schmälern. Patrick Arens: „Extremes Wetter, ob starke Niederschläge oder 40 Grad Hitze, schaden uns immer. Wir sind aber trotz der Umsatzeinbüßen durch die hohen Temperaturen zufrieden.“ Das besondere für ihn an den vergangenen zehn Tagen: „Crange war zwar eine galaktische Kirmes, bleibt aber im Herzen eine Dorfkirmes für ganz NRW. Denn hier auf dem Platz zeigen alle Herz: die Besucher, der Veranstalter und wir Schausteller.“ Eine Kerbe, in die auch Albert Ritter schlug: „Hier stimmt das Miteinander vor und hinter den Kulissen. Crange ist und bleibt für mich die Mutter aller Volksfeste mit einem extrem hervorstechenden Wir-Gefühl“, lobte der Präsident des Deutschen Schausteller-Bundes (DSB).
Das für in diesem Jahr am Sonntagabend um 22.30 Uhr vorgesehene Höhenfeuerwerk zum Abschluss der Cranger Kirmes 2026 fällt aus. Gründe für die Absage sind die anhaltende Trockenheit und die damit einhergehende Brandgefahr sowie die große Anzahl an Bränden auf Herner Stadtgebiet und im gesamten Land. Diese Entscheidung fiel am Sonntag gegen 14 Uhr nach einer vorherigen intensiven Prüfung der aktuellen Lage und in enger Abstimmung zwischen den Feuerwerkern, der Herner Berufsfeuerwehr und den Kirmesverantwortlichen vom Fachbereich Öffentliche Ordnung.
Die Cranger Kirmes lebt von der lokalen Nähe und der Berichterstattung direkt aus dem Trubel – genau das hat die Präsenz vor Ort immer ausgemacht. Während die öffentlich-rechtlichen und lokalen Sender wie der WDR, Radio Herne, Radio Bochum, Radio 91.2 und Radio Vest die breite Masse im Ruhrgebiet bedienen, bot die direkte Vor-Ort-Berichterstattung von Radio MusicStar eine spürbar nahbare Perspektive für die Hörer. Besonders bei einem traditionsreichen Volksfest wie Crange sind es die Live-Eindrücke, die O-Töne der Schausteller und die spontanen Stimmen abseits der Standard-Meldungen, die das echte Kirmesgefühl über den Äther transportieren.
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