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CO2 im Einkaufswagen: Milch und Käse treiben CO2-Bilanz der Ernährung nach oben

today19. März 2026 6

Hintergrund
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Unsere täglichen Mahlzeiten sind ein entscheidender Hebel für den Klimaschutz. Laut einer Analyse der Denkfabrik Agora Agrar ist die Ernährung in Deutschland für rund ein Viertel aller konsumbezogenen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich – das entspricht jährlich etwa 235 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Der „tierische“ Löwenanteil

Die Studie macht deutlich: Etwa 70 % dieser Emissionen entstehen durch den Konsum tierischer Produkte. Das liegt vor allem an drei Faktoren:

  1. Umwandlungsverluste: Tiere verbrauchen Energie für den eigenen Stoffwechsel.

  2. Futtermittelproduktion: Der Anbau beansprucht enorme Flächen und Ressourcen.

  3. Methan-Ausstoß: Besonders Wiederkäuer setzen bei der Verdauung Methan frei, das rund 30-mal klimaschädlicher ist als CO2.

Überraschend: Ein großer Teil der Emissionen entfällt auf Milchprodukte, insbesondere Hartkäse. Da für ein Kilogramm Hartkäse etwa 13 Liter Milch benötigt werden, ist dessen Bilanz oft schlechter als die von Fleisch.

Das ambitionierte Ziel: 0,7 Tonnen

Aktuell verursacht die Ernährung pro Person in Deutschland ca. 2,8 Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr. Die Experten halten eine Senkung auf 0,7 Tonnen bis Mitte des Jahrhunderts für möglich. Die Voraussetzungen dafür sind:

    • Ernährungswandel: Der Konsum tierischer Produkte muss im Schnitt halbiert werden.

    • Moorschutz: Die Wiedervernässung landwirtschaftlich genutzter Moore ist essenziell, da deren Entwässerung massiv CO2 freisetzt.

    • Technik & Energie: Umstellung auf erneuerbare Energien und emissionsarme Düngemittel in der Produktion.

Ein stärker pflanzlich geprägter Speiseplan senkt nicht nur die Emissionen, sondern fördert gleichzeitig die Gesundheit und die globale Biodiversität. Der vorgeschlagene Indikator „Klimawirksamkeit der Ernährung“ soll künftig messen, wie nah wir diesem Ziel kommen.

Geschrieben von: redaktion

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