Rheinland-Pfalz

Weihnachtsmärkte in der Region künftig mit weniger Musik

today23. Oktober 2023 12

Hintergrund
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In diesem Winter könnte auf den Weihnachtsmärkten in Rheinland-Pfalz weniger Musik erklingen als gewohnt.

Lichterschein, Würstchenduft, Glühwein und Holzspielzeug – das gehört zum Weihnachtsmarkt dazu. Und eigentlich auch die passende Musik. Doch gerade die könnte jetzt für die Veranstalter unbezahlbar werden.
Die GEMA verwaltet die Nutzungs- und Urheberrechte der Werke von Musikern. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, so ihr vollständiger Name, verlangt inzwischen Gebühren nicht nur für die Flächen direkt vor einer Bühne, wo die Musik auch zu hören ist, sondern für das gesamte Veranstaltungsgelände. Deshalb wird es richtig teuer für die Veranstalter. Jeder Quadratmeter zählt.
Vor dem Beginn der Weihnachtsmärkte hier in der Region berechnen viele Verwaltungen im Land fieberhaft, wie viel oder wenig Musik sie sich leisten können. Die Organisatoren des Bad Kreuznacher Nikolausmarkts hat man das Musikprogramm komplett gestrichen.

Bisher kostete das den Veranstalter etwa 200 Euro am Tag. Nach der neuen Berechnung der GEMA sind es 1.400 Euro – das siebenfache. Denn die Gebühren werden ja nicht nur fällig, wenn die Musik aus der Konserve kommt, sondern gerade auch bei Live-Auftritten.

Bei großen Festen geht es da schnell in die Zehntausende: Eine Rechnung von 55.000 Euro hatte jüngst die Stadt Bad Dürkheim für ihren Wurstmarkt bekommen. Gerade moderne Weihnachtsklassiker wie “Last Christmas” kosten; zur gebührenfreien Weihnachtsmusik gehören dagegen alle traditionellen Stücke von “Stille Nacht, heilige Nacht” über “Leise rieselt der Schnee” bis “O Tannenbaum”.

Schon nach der vergangenen Weihnachtsmarktsaison kam für viele Kommunen der Schock. Bei den ersten wieder regulären Märkten nach der Corona-Pandemie wurden bereits die höheren Gebühren fällig. Im bayerischen Bayreuth war die GEMA-Rechnung nach Angaben der Stadt um 8.000 Prozent höher als 2019. Sie betrug knapp 40.000 Euro. Zum Vergleich: Beim Christkindlesmarkt 2019 waren es noch 493 Euro.

Geschrieben von: redaktion

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