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Die deutsche Innenstadt- und Handelslandschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der sich besonders im Bereich der Unterhaltungselektronik bemerkbar macht. Über Jahrzehnte hinweg prägten die beiden Schwestermarken Saturn mit ihrem markanten Blau und MediaMarkt im leuchtenden Rot das Bild deutscher Einkaufsmeilen und Shoppingcenter – oft sogar in direkter Nachbarschaft zueinander. Doch diese bewusste Zwei-Marken-Strategie des Mutterkonzerns Ceconomy (MediaMarktSaturn Retail Group) gehört weitgehend der Vergangenheit an. Um Doppelstrukturen abzubauen, Kosten zu optimieren und Synergien in Logistik, Einkauf, Marketing sowie beim Kundenbindungsprogramm maximal zu nutzen, setzt das Unternehmen zunehmend auf die stärkere, international etablierte Hauptmarke MediaMarkt. Das Resultat ist ein schrittweiser Rückzug des Namens Saturn: Zahlreiche Filialen werden modernisiert und zu MediaMarkt umgeflaggt, während unrentable oder strategisch ungünstige Standorte ersatzlos aufgegeben werden. Kaum irgendwo wird diese Konsolidierung so deutlich wie in der dicht besiedelten Metropolregion Rhein-Ruhr.
Ein prägnantes Beispiel für den kontrollierten Markenwechsel liefert Bochum: In bester Innenstadtlage an der Kortumstraße bzw. im Umfeld der Drehscheibe bleibt den Kundinnen und Kunden zwar die gewohnte Anlaufstelle für Elektronik erhalten, der traditionsreiche Saturn weicht jedoch einem modernisierten MediaMarkt. Die Bochumer behalten damit ihre zentrale Einkaufsmöglichkeit, müssen sich künftig aber an den roten Markenauftritt gewöhnen. Ähnlich gestaltet sich das Bild in weiteren Kernstädten des Reviers und des Rheinlands: Im Einkaufszentrum Forum in Duisburg sowie im traditionsreichen Rhein-Ruhr-Zentrum (RRZ) in Mülheim an der Ruhr wurden die ehemaligen Saturn-Häuser bereits erfolgreich zu modernen MediaMarkt-Märkten transformiert. In Mönchengladbach (unter anderem im Einkaufszentrum Minto) und an strategisch wichtigen Punkten in Düsseldorf (wie der Königsallee) vollzog sich dieselbe Wandlung. Sogar in der Domstadt Köln, der einstigen Wiege und Urheimat der Marke Saturn am Hansaring, setzt der Konzern klare Akzente: Zentrale Lagen wie die Hohe Straße wurden grundlegend neu ausgerichtet und zum Teil in prestigeträchtige Formate wie das „MediaMarkt Tech Village“ mit großzügigen Erlebnis- und Markenwelten umgestaltet.
Demgegenüber stehen jedoch drastische Einschnitte in anderen Städten der Metropolregion, in denen Saturn-Standorte nicht umgeflaggt, sondern gänzlich aus dem Stadtbild gestrichen wurden. Besonders schwer wiegt der Einschnitt in Dortmund: Am traditionsreichen Westenhellweg, einer der frequenzstärksten Einkaufsstraßen Deutschlands, schloss das markante Saturn-Kaufhaus nach fast vier Jahrzehnten endgültig seine Pforten. Auslaufende Mietverträge, hohe Flächenkosten und das Fehlen einer wirtschaftlich tragfähigen Alternativfläche in der City führten dazu, dass es hier zu keiner Umflaggung kam. Ähnlich ernüchternd fiel die Entwicklung in Witten aus, wo sich die Kette im Zuge der Neuausrichtung komplett aus der örtlichen Stadtgalerie zurückzog und die Fläche aufgab. Auch Nachbarstädte wie Hattingen (mit der Schließung im Reschop Carré) oder Krefeld (Standortaufgabe an der Neusser Straße) verloren ihre Saturn-Präsenz ersatzlos.
Für die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Rhein-Ruhr-Region bedeutet diese Bereinigung des Filialnetzes zweierlei: Zwar lichten sich die innerstädtischen Anlaufpunkte abseits der absoluten Großstädte weiter, doch wo Standorte erhalten bleiben, profitieren Kundinnen und Kunden von umfassend modernisierten Verkaufsflächen mit stärkerer Verknüpfung zum Online-Handel (Omnichannel). Da Sortimente, Gewährleistungen, bestehende Garantien, Gutscheine und Serviceleistungen bei beiden Marken längst harmonisiert sind, behalten alle Verträge und Treuepunkte auch nach einer Umstellung auf MediaMarkt ihre uneingeschränkte Gültigkeit.
Geschrieben von: redaktion
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